Digitaler Forschritt durch Corona

Artikel vom 13.07.2020

Die Corona Krise hat Deutschland und die Welt in diesem Jahr schwer getroffen. Hart waren und sind die Einschnitte, die viele Menschen zu bewältigen hatten. Noch immer bleibt die Angst vor einer zweiten Welle, die im Herbst kommen könnte und das gesellschaftliche Leben abermals zum Erliegen bringen kann. Doch hat die Pandemie durch Covid-19 auch positive Nebeneffekte mit sich gebracht? Wir sehen uns in diesem Artikel genau an, inwiefern der digitale Fortschritte durch Corona vorangetrieben und intensiviert worden ist. Hierbei sollen verschiedene gesellschaftliche Bereiche in den Blick genommen werden.

Die Digitalisierung erfasst auch die bisherigen Verweigerer

In den vergangenen Jahren war in vielen gesellschaftlichen Bereichen immer wieder die Rede vom Voranschreiten und von der größer werdenden Wichtigkeit der Digitalisierung. Doch gab es in jenen Zeiten zu jedem Zeitpunkt und in wohl jeder Branche auch Menschen, die sich jener Entwicklung verweigerten und an den alten Verhaltens- und Arbeitsmustern festhielten. Insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen Job bereit viele Jahre und Jahrzehnte ausführen, blieben bei ihrer Arbeitsweise und wollten sich auf neue Methoden nicht einlassen. Die nun eingetretene Situation, in der in einem Großteil der Berufe auf die Arbeit im Homeoffice gesetzt wurde, machte das Arbeiten mit den neuen Medien auch für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun absolut notwendig. Bisherige Verweigerer erlebten in vielen Branchen die ersten Erfolge im Umgang mit Videokonferenzen, Apps und anderen Tools, die bei der Arbeit am heimischen Rechner hilfreich sein konnten. Somit ist die einst vorhandene Furcht vor diesen Arbeitsmethoden, die bei einer bereits lang anhaltenden Verweildauer in bestimmten Branchen vielleicht auch verständlich gewesen ist, verflogen und auch einstige Verweigerer der Entwicklungen sind von der Digitalisierung erfasst worden.

Digitalisierung von Jugend und Lehrern im Schnelldurchlauf

Auch an Deutschlands Schulen herrschte ab dem 16. März Stillstand. Lehrerkonferenzen und Dienstbesprechungen tagten und waren gezwungen, im Schnelldurchlauf ein Konzept zur Beschulung der Schülerinnen und Schüler im sogenannten Homeschooling zu organisieren. Alteingesessene Lehrerinnen und Lehrer arbeiteten plötzlich mit Apps wie der Schul.Cloud, kommunizierten mit Eltern sowie Schülerinnen und Schülern über Mail und jene App und erstellten in einigen Fällen auch Lernvideos in Eigenregie. Jüngere Kolleginnen und Kollegen waren die Indikatoren, die das digitale Lernen an den Schulen möglich machten und auch andere Mitglieder des Kollegiums, wenn auch teilweise nur notgedrungen, dafür begeistern konnten. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Kinder auch in Zukunft von den neu erworbenen Fähigkeiten im Rahmen der Digitalisierung ihrer Lehrkräfte profitieren können. An dieser Stelle sind sicherlich auch die Schulträger gefordert, welche die Schulen endlich mit modernen Lernmitteln ausstatten müssen.

Schülerinnen und Schüler lernten in Zeiten von Corona, sich selbst zu organisieren, Lernprogramme eigenständig zu nutzen, sich in Videokonferenzen einzuwählen, eigene Erklärvideos zu erstellen und im Internet eigenständig eine Recherche zu betreiben. Diese Fähigkeiten werden den jungen Menschen bei ihrem Einstieg auf den Arbeitsmarkt einen Vorteil bringen, der ohne die derzeitige Pandemie vielleicht nicht vorhanden gewesen wäre.

Unternehmen setzen auf Homeoffice und Eigenverantwortung

Die Situation während der Corona Krise zeigte vielen Unternehmen auf, dass sie durch die voranschreitende Digitalisierung bereits jetzt über die technischen Möglichkeiten verfügen, verschiedene Arbeitsabläufe und Besprechungen auch durchzuführen, wenn sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht per Präsenztreffen zusammenfinden können. Wer in der Zukunft auf die technische Ausrüstung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch das Unternehmen setzt und dabei ein hohes Maß an Vertrauen entgegenbringt, wird aus unserer Sicht von motivierten und leidenschaftlich arbeitenden Menschen profitieren, welche sich mit dem eigenen Unternehmen in hohem Maße identifizieren. Das Abhalten von Videokonferenzen sowie der schnelle Austausch von Daten über verschiedene Programme, welche von den Unternehmen in den letzten Monaten für sich entdeckt wurden, werden Arbeitsprozesse effektiver und schneller gestalten. In vielen Branchen werden wir in den nächsten Jahren eine Abkehr von der ständigen Präsenz im Büro bzw. am sonstigen Arbeitsplatz erleben. Das Arbeiten im Homeoffice wird nach Corona erhalten bleiben und in vielen Branchen bereits in wenigen Jahren nicht mehr wegzudenken sein. Die Vorteile, welche mit jener Entwicklung einhergehen liegen auf der Hand:

Da wäre zunächst die noch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die besonders arbeitenden Müttern in die Karten spielt. Arbeiten im Homeoffice bedeutet natürlich ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit, aber auch ein ebenso hohes Maß an Flexibilität im Bezug auf die Gestaltung der Arbeitszeiten und des Arbeitsrhythmus´.

Es ist zu vermuten, dass sich diese Entwicklung auch ohne Corona vollzogen hätte, doch wäre sie aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich langsamer vonstatten gegangen und dabei auf deutlich mehr Widerstand von Verfechterinnen und Verfechtern der Präsenzarbeit gestoßen. Es gilt nun in den nächsten Monaten für viele Unternehmen, die technische Zusammenarbeit aus dem Homeoffice, die in Windeseile organisiert werden musste, zu reflektieren und an verschiedenen Stellen auszubauen bzw. zu verbessern. Hierbei ist die gemeinsame Besprechung der Erfahrungen notwendig sowie die Beurteilung der bisher genutzten Tools.

Unternehmen forcieren ihre Digitalangebote

Eines der größten Themen bei der Zusammenarbeit in den verschiedensten unternehmen während der Pandemie war der Zusammenschluss über eine Videokonferenz sowie die damit verbundenen Fragen über die Qualität der Schaltung und den gegebenen Datenschutz. Besonders in sensiblen Bereichen wie beispielsweise im Bankgeschäft ist auf solche Bereiche enorm Acht zu geben. Zahlreiche Unternehmen erkannten die Notwendigkeit, hier nachzujustieren um vom Trend der Videokonferenzen und der Kommunikation über das World Wide Web zu profitieren. Ein Beispiel dafür ist der Anbieter Zoom, welcher Videokonferenzen anbietet, die über die App des Unternehmens abgehalten werden können. Aufgrund des fehlenden Datenschutzes war es beispielsweise den Schulen in Nordrhein-Westfalen zu Beginn der Pandemie nicht gestattet, mit den Schülerinnen und Schülern eine Videokonferenz über jenes Programm durchzuführen. Da das Unternehmen jedoch nachbesserte und die Bestimmungen nun erfüllt, wurde jene Richtlinie aufgehoben.

Auch der große Marktteilnehmer Microsoft erweiterte sein Angebot ,,Microsoft Teams" um verschiedene Arbeitsbereiche. Hier können Arbeitsergebnisse eingestellt, verglichen und besprochen werden. Natürlich waren die eben genannten Unternehmen auch vor der Pandemiezeit bereits voll im digitalisierten Zeitalter angekommen. Jedoch wurde durch die derzeitige Situation sehr klar, dass es an der einen oder anderen Stelle auch bei den fortschrittlichsten Unternehmen noch Verbesserungsbedarf gibt, um am Ende ein möglichst gewinnbringendes Produkt an den Markt zu bringen. Von der schnellen Reaktion vieler Unternehmen, die selbstredend auch eine große Chance in der Pandemie und der damit einhergehenden Entwicklung sahen, können in Zukunft die Nutzerinnen und Nutzer sowohl im privaten als auch vor allem im beruflichen Umfeld erheblich profitieren.

Es darf kein Zurück mehr geben

Die meisten Menschen sehnen sich mittlerweile nur noch nach den Möglichkeiten, die sie in ihrem Leben vor der Pandemie hatten. Ein bisschen mehr Alltag mit Freiheit, das tun zu können, was man gerne möchte, ist für uns alle dringend erforderlich. So sehr dies jedem einzelnen Menschen im privaten Umfeld zu wünschen ist, so dringend müssen wir an den Fortschritten festhalten, die im Zuge der Pandemie bezüglich Digitalisierung gemacht wurden. Gemeinsam sollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach der Pandemie besprechen, welche Online Applikationen für welche Arbeitsbereiche hilfreich waren und was unbedingt beibehalten werden muss. Erfahrenere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit den digitalen Medien können nun zu den Expertinnen und Experten im Unternehmen werden, die auch die übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die weitere Nutzung der zahlreichen Möglichkeiten begeistern. Die Effizienz, die viele Unternehmen in den letzten Monaten erlernt haben, kann in Zeiten nach der Pandemie und ohne vorhandene Einschränkungen so manche Branche sowie so manches einzelne Unternehmen auf ein neues Level hieven. Diese Chance sollten wir als Gesellschaft gemeinsam ergreifen.